Bei unseren Recherchen zu der Geschichte der Fasnet in Hausen i.K. stießen wir auf Bilder auf denen (leider) immer nur ein Teil eines in Stroh eingebundenen Mannes abgebildet waren. Von älteren Hausemer Bürgern wurde uns berichtet, dass diese Gestalt der “Strohmann” sei.

Bei dem Brauchtum um den Strohmann handelt es sich um ein Symbol des Winteraustreibens. Der Strohmann verkörpert den Winter und wurde früher durch das Dorf getrieben und eingefangen. Mit dem gefangenen Strohmann zog man dann durchs Dorf. Das Verbrennen des Strohs, mit dem der Strohmann eingebunden war, stellte das symbolische Ende des Winters dar.

Es war schnell klar, das diese Fasnetstradition unbedingt wieder aufleben sollte. 1996 gesellte sich darum zu 9 Baisen Weibern ein Strohmann.

Heute trägt der Strohmann ein Häß, das in aufwändiger Arbeit mit Bast benäht wurde. So ist es viele Jahre haltbar. Die Maske hat auf der einen Hälfte ein lachendes Gesicht, da der Winter an der Fasnet immer noch präsent ist, auf der anderen Seite ist er traurig weil sein Ende unvermeidbar ist.

An die Tradition des Strohmanntreibens erinnert die Narrenzunft Hausen i.K. heute durch das Herstellen einer Strohpuppe, die am ersten Samstag nach Heilig Drei König nach einem kleinen Umzug durchs Dorf in der Dorfmitte aufgestellt wird. Hier ist der Strohmann die ganze Fasnet über präsent bis er am Fasnetsdienstag auf der Wiese neben dem Nikolausheim verbrannt wird.